Donnerstag 4. Dezember
18:00 Uhr – Aperitivo bei der Eröffnung von Cinema! Italia! 2025
Karlstorkino, Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg
Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder beim Eröffnungsabend von Cinema Italia mit einem wohltätigen italienischen Aperitivo dabei zu sein! Der gesamte Erlös kommt der Organisation Emergency zugute.
Entdecken Sie hier das komplette Programm: Cinema! Italia! 2025
Ci vediamo giovedì!
Dienstag 9. Dezember

19 Uhr – Una madre – Eine Mutter (2024) – Filmvorführung und Diskussion
Karlstorkino, Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg
Regie: Stefano Chiantini | 82 min. | Aurora Giovinazzo, Micaela Ramazzotti, Angela Finocchiaro, Francesco Salvi, Leonardo Donati | ital. Original mit deutschen Untertiteln.
Deva sitzt immer ganz hinten im Bus, der sie nach Hause bringt – zu einem kleinen elenden Wohnwagen, in dem sie mit ihrer ausgeflippten Mutter Giovanna lebt. Ihr im Kragen der Jacke verstecktes Gesicht zeigt eine für ein junges Mädchen ihres Alters unnatürliche Härte. Mit dieser Härte führt Deva nach einer traumatischen Erfahrung ihr Leben, ohne sich einen Moment der Pause oder Entspannung zu gönnen. Dann lernt sie die 60jährige Carla kennen und fängt an, in deren Fischgeschäft zu arbeiten. Und sie trifft dort Carlas einjährigen Enkel, auf den sie gelegentlich aufpassen muss. Wider Willen fasst Deva schließlich eine Zuneigung zu dem Kleinen. Etwas beginnt sich zu ändern.
Ein warmherziger und berührender Film im Geist des Neorealismus über eine junge Frau, die langsam zurück ins Leben findet. Die junge Aurora Giovinazzo als Deva ist eine echte Entdeckung.
Im Anschluss findet ein Gespräch über Care-Arbeit, Mutterschaft und Feminismus mit der Soziologin Prof. Chiara Saraceno (via Zoom) statt, die zu Geschlechterungleichheiten in der Sozial- und Familienpolitik forscht, sowie mit Dr. Sandra Beck, Akademischer Rätin an der Universität Mannheim, die in den Bereichen Literatur- und Kulturwissenschaften arbeitet.
Moderation und Übersetzung: Roberta Ciut und Chiara Rottaro von Volare e.V.
Prof. Chiara Saraceno ist eine der renommiertesten italienischen Soziologinnen. Seit den 1970er-Jahren forscht sie zu Familie, Geschlechterverhältnissen, Armut und Sozialpolitik. Sie lehrte u. a. in Trento und Turin und war Forschungsprofessorin am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Saraceno prägte die europäische Debatte über den Wandel von Familie, soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat. Heute ist sie Honorary Fellow am Collegio Carlo Alberto in Turin und eine wichtige öffentliche Stimme zu sozialer Gerechtigkeit.
Dr. Sandra Beck ist Akademische Rätin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse am Seminar für deutsche Philologie der Universität Mannheim. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutschsprachigen Literaturen des 18. bis 21. Jahrhunderts, mit Schwerpunkten auf Genregeschichte und -theorie, Cultural Memory Studies sowie kulturwissenschaftlichen Arbeiten, u.a. zu Literaturadaptionen, Kanonisierungs- und Rezeptionsprozessen und zur Nachkriegskultur.

