Aktuelles

„Würde statt Ausbeutung auf unseren Tellern Francesco Piobbichi, Künstler und Sozial-Aktivist berichtet“

18. März 2026 um 19 Uhr

Vortrag mit Diskussion und Ausstellung am Mittwoch
im WeltHaus Heidelberg, Kurfürsten Anlage 25, Heidelberg – freie Eintritt

Sprache: Englisch

Francesco Piobbichi, Künstler und Sozialaktivist, berichtet über seine Arbeit in Rosarno (Kalabrien), über seine Bilder und über die Situation der Geflüchteten dort, insbesondere über die Ausbeutung auf den Obstfeldern – sowie darüber, was jede Konsumentin und jeder Konsument tun kann, um diese zu beenden.

“Ombre a Mezzogiorno” (2023)

16 Gennaio 2026 – 18:30

Vorführung des Dokumentarfilms “Ombre a Mezzogiorno” (2023)
Dauer: 75 Min.

Anschliessender Gespräch mit dem Regisseur Enrico Carnuccio (in deutscher Sprache)

Karlstorkino – Marlene-Dietrich-Platz 1
Für Kartenreservierung: https://www.karlstorkino.de/programm/ombre-a-mezzogiorno/

„Ombre a Mezzogiorno“ ist eine Reflexion über die große italienische Binnenmigration der 1960er bis 1980er Jahre. In dieser Zeit verließen ganze Familien den bäuerlich geprägten Süden, um im industrialisierten Norden Arbeit und eine neue Zukunft zu suchen. Auch die Familie des Autors war Teil dieses Exodus.
Kalabrien und Piemont – zwei Regionen, mehr als 1.000 Kilometer voneinander entfernt – prägen seine Identität. Als Zeuge und Produkt dieses historischen Umbruchs setzt sich der Film mit den Orten seiner Herkunft auseinander und untersucht, wie sie sich durch Migration, Industrialisierung und Abwanderung verändert haben.
Der Blick auf ein entvölkertes Kalabrien spiegelt sich in den verlassenen Industrieanlagen Turins. Ausgehend von der Familiengeschichte Tullios entfaltet der Film eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Arbeit, Industrie und Gewerkschaften sowie mit den tiefgreifenden Folgen der Migration – aus der Perspektive jener, die gegangen sind und dennoch zwischen zwei Welten geblieben sind.

Cinema! Italia! 2025

Donnerstag 4. Dezember

18:00 Uhr Aperitivo bei der Eröffnung von Cinema! Italia! 2025

Karlstorkino, Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg

Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder beim Eröffnungsabend von Cinema Italia mit einem wohltätigen italienischen Aperitivo dabei zu sein! Der gesamte Erlös kommt der Organisation Emergency zugute.

Entdecken Sie hier das komplette Programm: Cinema! Italia! 2025

Ci vediamo giovedì!

Dienstag 9. Dezember


19 Uhr – Una madre – Eine Mutter (2024) – Filmvorführung und Diskussion

Karlstorkino, Marlene-Dietrich-Platz 3, Heidelberg


Regie: Stefano Chiantini | 82 min. | Aurora Giovinazzo, Micaela Ramazzotti, Angela Finocchiaro, Francesco Salvi, Leonardo Donati | ital. Original mit deutschen Untertiteln.

Deva sitzt immer ganz hinten im Bus, der sie nach Hause bringt – zu einem kleinen elenden Wohnwagen, in dem sie mit ihrer ausgeflippten Mutter Giovanna lebt. Ihr im Kragen der Jacke verstecktes Gesicht zeigt eine für ein junges Mädchen ihres Alters unnatürliche Härte. Mit dieser Härte führt Deva nach einer traumatischen Erfahrung ihr Leben, ohne sich einen Moment der Pause oder Entspannung zu gönnen. Dann lernt sie die 60jährige Carla kennen und fängt an, in deren Fischgeschäft zu arbeiten. Und sie trifft dort Carlas einjährigen Enkel, auf den sie gelegentlich aufpassen muss. Wider Willen fasst Deva schließlich eine Zuneigung zu dem Kleinen. Etwas beginnt sich zu ändern.

Ein warmherziger und berührender Film im Geist des Neorealismus über eine junge Frau, die langsam zurück ins Leben findet. Die junge Aurora Giovinazzo als Deva ist eine echte Entdeckung.

Im Anschluss findet ein Gespräch über Care-Arbeit, Mutterschaft und Feminismus mit der Soziologin Prof. Chiara Saraceno (via Zoom) statt, die zu Geschlechterungleichheiten in der Sozial- und Familienpolitik forscht, sowie mit Dr. Sandra Beck, Akademischer Rätin an der Universität Mannheim, die in den Bereichen Literatur- und Kulturwissenschaften arbeitet.

Moderation und Übersetzung: Roberta Ciut und Chiara Rottaro von Volare e.V.

Prof. Chiara Saraceno ist eine der renommiertesten italienischen Soziologinnen. Seit den 1970er-Jahren forscht sie zu Familie, Geschlechterverhältnissen, Armut und Sozialpolitik. Sie lehrte u. a. in Trento und Turin und war Forschungsprofessorin am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB). Saraceno prägte die europäische Debatte über den Wandel von Familie, soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat. Heute ist sie Honorary Fellow am Collegio Carlo Alberto in Turin und eine wichtige öffentliche Stimme zu sozialer Gerechtigkeit.

Dr. Sandra Beck ist Akademische Rätin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse am Seminar für deutsche Philologie der Universität Mannheim. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die deutschsprachigen Literaturen des 18. bis 21. Jahrhunderts, mit Schwerpunkten auf Genregeschichte und -theorie, Cultural Memory Studies sowie kulturwissen­schaftlichen Arbeiten, u.a. zu Literaturadaptionen, Kanonisierungs- und Rezeptionsprozessen und zur Nachkriegskultur.